Nachdem die Erzeugerpreise für Milch inzwischen wieder am Boden liegen hat auch der Einzelhandel nachgezogen und bietet Milchprodukte zu sehr niedrigen Preisen an. Eine Tüte ESL-Vollmilch kostet teilweise unter 50 Eurocent. Viele Verbraucher halten solch günstige Preise allerdings für zu niedrig und kaufen bewusst teurere Marken wie beispielsweise Breisgaumilch, Landliebe oder Weihenstefan.
Allerdings sagt ein hoher Endverbraucherpreis nichts darüber aus, wieviel der Bauer von den deutlich höheren Preisen für diese "Premiummilch" erhält. So stammt laut Verpackung die hierzulande in Südbaden verkaufte "Gut&Günstig" Milch (Preis heute 48 cent) bei Edeka ebenfalls aus demselben Betrieb DE-BW-378 wie die Breisgaumilch (85 cent). Laut dieser Liste ist dies die Betriebsnummer der Breisgaumilch.
Nun fragt sich, ob der Milchbauer für die unter dem Breisgaumilch-Label verkaufte Milch wirklich mehr Geld erhält als für die Noname-Milch. Im Fall der Campina-Premiummarke "Landliebe" ist das jedenfalls nicht der Fall, wie während des letzten "Milchstreiks" bei Spiegel Online zu lesen war.
Der Verbraucher kann also durch den Kauf dieser Markenprodukte lediglich zum Ausdruck bringen, dass ihm seine Milch mehr als 50 cent pro Liter wert ist und beschert damit den Molkereien vermutlich traumhafte Margen. Die etwas aufwändigere Verpackung der als solche gelabelten Breisgaumilch dürfte nur wenig teurer sein als der einfache Quader von "Gut&Günstig". Somit kann der Rest des Mehrpreises vermutlich als Marge für Milchverarbeiter und Einzelhandel verbucht werden. Ob dies dem Bauern hilft, darf bezweifelt werden.