Wie wäre es, wenn sich die
derzeit vor dem Kanzleramt campierenden Bäuerinnen im Hungerstreik um die Direktvermarktung ihrer Milch kümmern würden, anstatt nach neuen staatlichen Eingriffen in den Milchmarkt zu rufen? Dass der Verbraucher, wenn er ein gutes Gefühl dabei hat, bereit ist, 1 Euro oder zumindest 85 cent für seine Milch zu zahlen, zeigen "Premiummarken" wie Weihenstephan, Landliebe oder Breisgaumilch. Es läge also an den Milchbauern, die Marge durch geschickte Vermarktung als regionales oder biologisch wertvolles Produkt selbst abzuschöpfen, anstatt sie großzügig den Molkereien und dem Einzelhandel zu überlassen. Warum helfen Bauernverband oder Bund Deutscher Milchviehhalter nicht dabei?
Beim Fleisch klappt dieses Modell hierzulande recht gut. Im lokalen Edel-Edeka "Hieber" lässt sich Fleisch aus den Schwarzwalddörfern Gersbach und Wies kaufen. Ich denke, Gersbacher Milch könnte man ähnlich erfolgreich zum Premiumpreis dazuverkaufen und in anderen Regionen sieht es bestimmt ähnlich aus.