Die Reportage über ein von der Pharmaindustrie angeblich zu Unrecht verschmähtes Mittel gegen Neurodermitis in der ARD gestern hat inzwischen auch im Internet ein wenig Echo hervorgerufen, z.B. bei
Spiegel Online
Ich hatte schon beim Ansehen der Doku ein seltsames Gefühl, aber inzwischen bin ich mir recht sicher, dass hier per GEZ-Gebühren geschickt Werbung für das Produkt gemacht wurde - das auch rein zufällig nächsten Monat auf den Markt kommt. Folgende Fragen hätte ich gerne beantwortet gehabt:
- Warum wollte man unbedingt einen der großen Player als Hersteller haben (Novartis, Merck, etc.) und ist nicht bei mittelständischen Pharmaunternehmen vorstellig geworden?
- Es gibt auch Unternehmen, die ausschließlich als Hersteller tätig sind, den Vertrieb hätte man ja selbst unternehmen können. Warum wurde das nicht ins Auge gefasst?
- Ein Pharmahersteller, der bereits ein profitables Neurodermitisprodukt hat, hat natürlich wenig Interesse an der Creme. Aber es gibt sicher einen Hersteller, dem so ein Produkt fehlt. Falls die geäußerten Verschwörungstheorien stimmen, gäbe es auch keine Generika-Hersteller.
- Wenn es der Firma nur auf das Wohl der Menschheit ankäme, wie teilweise im Film dargestellt, hätte man das Patent für die Herstellung durch Apotheken freigeben können
- Die Studienqualität kann ich nicht beurteilen, aber einige weiterführende Links aus der Spiegel-Forendiskussion hatten recht gut begründete Zweifel daran.
Der in der
Forenndiskussion bereits geäußerte Verdacht, dass man unbedingt das Patent zum von der im Film genannten Unternehmensberatung genannten Preis (ein höherer dreistelliger Millionenbetrag)) verkaufen wollte, liegt sehr nahe. Aber dank den unkritischen Journalisten vom WDR dürfte der Marktwert der Erfindung jetzt um einiges höher liegen und vielleicht auch die Ansprüche des Erfinders zufrieden stellen.